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Aktuelles

Engagement in der Flüchtlingshilfe

10.05.2017

Die Joseph-Stiftung intensiviert ihr Engagement für Flüchtlinge und Asylbewerber und stellt sich damit ihrer besonderen gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung. In nahezu allen Geschäftsbereichen zeigen sich Möglichkeiten, einen Beitrag zur Flüchtlingshilfe zu leisten.

Dem Stiftungsrat als Aufsichtsgremium der Joseph-Stiftung ist es ein Anliegen, das Engagement der Stiftung im Bereich der Flüchtlingshilfe kontinuierlich auszubauen. Grundlage für sämtliche Hilfsmaßnahmen ist deshalb unter anderem ein Beschluss des Stiftungsrates, der festlegt, dass in den Jahren 2015 bis 2017 ein jährlicher Betrag von 75.000 Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt wird. Die konkreten Maßnahmen sind vielfältig und reichen von Stipendien über Spenden bis zur kostenfreien Übernahme von Baubetreuungen.

Förderung im schulischen und beruflichen Bereich

In engem Kontakt mit den Universitäten an den Standorten der Joseph-Stiftung in Bamberg, Erlangen, Nürnberg und Bayreuth werden bis zu zehn Flüchtlinge bei der Aufnahme bzw. Fortführung ihres Studiums unterstützt. In Zusammenarbeit mit den Hochschulen werden Stipendien an junge Geflüchtete vergeben. Diese finanzielle Förderung der Ausbildung wird flankiert von Trainee- und Praktikumsprogrammen im Unternehmen. Zudem besteht das Angebot von beruflicher Orientierungsberatung.

„Bereits bei unserem ersten Stipendiaten hat sich gezeigt, dass die Bereitstellung eines Praktikumsplatzes für die Studenten mindestens genauso wichtig ist“, so Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Pfeuffer. Ein 27-jähriger Syrer, der im Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bamberg studiert, arbeitet derzeit im Bereich Controlling. Unter seiner Leitung wurde ein internes Netzwerk ins Leben gerufen, das bestehenden und neuen Kollegen aus diesem Herkunftsland die Integration erleichtern soll. Inzwischen lernen und arbeiten vier Stipendiaten bzw. Mitarbeiter bei der Joseph-Stiftung. Parallel zum Studium bietet das Unternehmen Trainee- und Werkstudentenstellen korrespondierend zum Studienfach an. Weitere Stipendien in Höhe von 750 Euro pro Monat werden sukzessive in Kooperation mit den Universitäten vergeben. Die Umsetzung gestaltete sich zunächst unerwartet schwierig. Aus Datenschutzgründen sehen sich die Universitäten nicht in der Lage, Stipendiaten zu benennen. Das Engagement in diesem Bereich soll künftig jedoch stärker ausgebaut werden, gerne auch in Kooperation mit der Erzdiözese Bamberg oder dem Caritas-Verband.

Honorarfreie Baubetreuung

Für die Kirchenstiftung „Obere Pfarre“ in Bamberg modernisierte die Joseph-Stiftung 2016 das ehemalige Mesnerhaus am Bamberger Kaulberg. Die angefallenen Planungs- und Bauleitungskosten wurden der Kirchen­stiftung dabei nicht berechnet. Das Objekt wurde inzwischen von der Joseph-Stiftung als Pächter der Kirchenstiftung an eine Flüchtlingsfamilie vermietet.

Ebenfalls 2016 wurden in Kooperation mit der Filial­kirchenstiftung „St. Urban“ im Bamberger Südwesten Räumlichkeiten im zugehörigen Gemeindezentrum in eine Wohnung für Flüchtlinge umgebaut. Die Joseph-Stiftung übernahm die Architektenleistungen für den Umbau von Gruppenräumen zu einer 3-Zimmer-Wohnung. Auch hierbei verzichtete man auf eine Begleichung der Planungs- und Bauleitungskosten.

Angebote im eigenen Wohnungsbestand

Der Bereich „Wohnen“, zuständig für die Mietobjekte der Joseph-Stiftung, unterstützt Asylberechtigte bei der Suche nach Wohnraum. Aktuell wird bei freiwerdenden Sozialwohnungen geprüft, ob diese für nach Asylrecht anerkannte Flüchtlinge geeignet sind. Zudem werden Wohnungen an örtliche Caritas-Verbände vermietet, die Wohngemeinschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterschiedlicher Nationen einrichten. Im Jahr 2016 konnten 53 Wohnungen und Apartments an Flüchtlinge vermietet werden.

Spenden

Finanzielle Hilfen fließen vorwiegend in Projekte zur Unterstützung von Fördermaßnahmen. Die Joseph-Stiftung stellt Gemeinschaftsräume in bestehenden Wohnanlagen mietfrei als Begegnungsstätten und Kursräume zur Verfügung. Die dort stattfindenden „Erstorientierungskurse“ wurden mit Spenden in Höhe von je 10.000 Euro unterstützt. Zur Förderung von Integrations- und Sprachkursen sowie zur Einrichtung und Finanzierung von Begegnungsstätten hat die Joseph-Stiftung 2016 insgesamt mehr als 32.000 Euro an den Verein Freund statt fremd e. V., die Stadt Bamberg und die Stadt Pegnitz gespendet.

Fortführung des sozialen Wohnungsbaus

Die Joseph-Stiftung wird zukünftig verstärkt auf die Zurverfügungstellung kirchlicher Grundstücke angewiesen sein. Als erfolgreiche Beispiele können ein vergangenes und ein aktuelles Projekt aus dem Bereich „Sozialer Wohnungs- und Städtebau“ dienen:

Bereits im Jahr 2006 entschied sich die katholische Kirche für eine grundlegende Neuordnung des Pfarrei­areals „St. Ludwig“ im Nürnberger Stadtteil Gibitzenhof. Heute beherbergt dieses vielfältige soziale Einrichtungen: Einen Speisesaal für Obdachlose, eine Altenpflegeschule, Straßenambulanz, eine Ausgabestelle für Ersatzdrogen und Beratungsangebote. Im Neubau ergänzen eine Kindertagesstätte, ein Hort, eine Stadtteilmensa sowie ein Familienberatungszentrum das Angebot. Das von der Joseph-Stiftung und der Katholischen Kirchenstiftung St. Ludwig realisierte Projekt an der Pfälzerstraße in Nürnberg hat sich damit zum wichtigsten sozialen Träger im Stadtteil entwickelt.

Durch unsere Dresdner Tochtergesellschaft basis|d GmbH wird derzeit das städtebauliches Leuchtturm­projekt „Campus Lorenzo“ in Leipzig vorbereitet. Rund um die Kirche St. Laurentius soll ein urbanes Quartier mit einer Vielzahl kirchlicher Einrichtungen und differenziertem Wohnangebot – auch für Flüchtlinge – entstehen. Der Bau­beginn ist für 2018 vorgesehen.

Neues Projekt „Aktiv ankommen“

Neben der Fortführung der Maßnahmen analog zum Jahr 2016 wurde für 2017 das Projekt „Aktiv ankommen“ in Zusammenarbeit mit der Kolping-Dienstleistungs-GmbH Bamberg gestartet. Dieses richtet sich vor allem an diejenigen, die aufgrund ihres unsicheren Bleibe­status ohne zielgerichteter Förderung sind und häufig ohne Perspektiven in den Unterkünften verharren müssen.

Das Projekt möchte zum einen Möglichkeiten der Begegnung für geflüchtete Menschen schaffen. Zum anderen soll die Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt durch eine sinnvolle Beschäftigung, ziel­gerichtete Kompetenzfeststellung und Spracherwerb forciert werden. Dies soll durch die Kombination beruf­licher Erprobung und Qualifizierung in verschiedenen Berufsfeldern im Bamberger Kolping-Center und einer sozialpädagogischen Begleitung der Teilnehmer während der Projektlaufzeit erreicht werden. Die kalkulierten Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 46.600 Euro werden vollständig von der Joseph-Stiftung getragen.

Zusammenarbeit stärken, Kooperationen nutzen

Als fruchtbar hat sich die Zusammenarbeit mit den lokalen, vorwiegend ehrenamtlich agierenden, Flüchtlingsinitiativen erwiesen. Gemeinsam mit dem Bamberger Verein Freund statt Fremd e.V. konnte bereits mehreren Flüchtlingsfamilien geholfen werden. Das große Engagement der gemeinnützigen Organisation soll weiterhin finanziell und in praktischer Hinsicht unterstützt werden. Die bestehenden Kontakte zu örtlichen Sozialverbänden, sozialen Dienstleistern und anderen Beteiligten bei Kommunen, Pfarreien und Verbänden bieten vielfältige Chancen, sich weiter aktiv einzubringen – im Sinne des Stiftungszwecks und immer mit Blick auf den sozialen Auftrag kirchlicher Wohnungsunternehmen.